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Ulrich Hinck

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Verfasst von: | Keine Kommentare
Kategorie: Fundstücke & Anekdoten, Transport & Logistik


„A0 0AA A00 0AA A0A 0AA AA0 0AA AA00 0AA AA0A 0AA“ ist nicht etwa ein DNA-Code oder ein digitales Lebenszeichen eines Satelliten, sondern ein Muster wie britische Postleitzahlen verfasst werden. Warum ich darüber schreibe? Leider werden – das ist meine Erfahrung im Kundenservice – mitunter die Postleitzahlen fehlerhaft angegeben. Dabei spielt gerade bei Sendungen nach Großbritannien die Angabe der richtigen Postleitzahl eine so wichtige Rolle. Und da ich mich schon oft über die kryptischen Zeichen bei den britischen Ortsangaben wunderte, habe ich mich einmal für Sie schlau gemacht:

Die Adressierung eines Briefes oder eines Paketes nach Großbritannien ist geradezu eine eigene Wissenschaft. Und zu einer ordentlichen wissenschaftlichen Arbeit gehört auch, dass lange und gründlich geforscht wird. So wird auch klar, dass die Erfassung Großbritanniens (genauer gesagt Vereinigtes Königreich und Nordirland) in ein Postleitzahlsystem 15 Jahre gedauert hat (von 1959 bis 1974).

Outward und inward

Grundsätzlich bestehen die Postleitzahlen aus zwei Teilen; zwei Codes, den „outward code“ und den „inward code“, und diese wiederum bestehen jeweils aus Buchstaben und Zahlen.

Das Schema sieht dann so aus:

a

Dabei steht das A für Buchstaben und die 0 für Ziffern.

Die Postleitzahlen werden unter die Ortsbezeichnung geschrieben. Die ersten Buchstaben bezeichnen die Region (postcode area), zum Beispiel steht „BD“ für Bradford. Es gibt auch Regionen mit nur einem Buchstaben, zum Beispiel „M“ für Manchester oder „L“ für Liverpool (nicht für London! – London hat ein ganz eigenes Schema). Einige Inseln in Großbritannien, die sich direkt im britischem Kronbesitz befinden, wie die Kanalinseln und die Isle of Man, führten erst in den 90er Jahren Postleitzahlen ein. Die Regionsabkürzungen sind „GY“  für Guernsey, „JE“ für Jersey (Kanalinseln) und „IM“ für Isle of Man.

Nach der Angabe der Region folgen im „outward code“ ein oder zwei Zeichen ohne Leerzeichen (postcode district). Wobei die Ziffer 1 zumeist den innerstädtischen Bereich angibt, zum Beispiel: BD1 (Stadtzentrum von Bradford).

Der „inward code“ besteht ebenfalls aus zwei Angaben. Der „postcode sector“ gibt das Postamt, den Postbezirk oder den Stadtteil an. Die letzten beiden Zeichen („postcode unit“) geben Straßen an.

Auch die britischen Überseegebiete haben Regionsabkürzungen, sie lauten:

  • ASCN – Ascension
  • BBND – Britisches Territorium im Indischen Ozean
  • BIQQ – Britisches Antarktisterritorium
  • FIQQ – Falklandinseln
  • PCRN – Pitcairninseln
  • SIQQ – South Georgia and the South Sandwich Islands
  • STHL – Sankt Helena
  • TDCU – Tristan da Cunha
  • TKCA – Turks- und Caicosinseln

Danach  wird nur noch eine weitere Einteilung im „inward code“  vorgenommen, zumeist „1ZZ“, zum Beispiel „ASCN  1ZZ“ für Ascension Island. Gibraltar wird ebenfalls zu den Überseegebieten gerechnet. Die Postleitzahlen entsprechen aber dem britischen Format: GX11 1AA (es gibt in Gibraltar nur diese eine Postleitzahl). London besitzt ein eigenes und traditionell bedingtes Postleitzahlsystem, das aus dem Jahr 1856 stammt und ist nach einer Bearbeitung im Jahre 1917 bis heute gültig. Zentral-London wird in West Central und East Central London aufgeteilt (die Regionsabkürzungen lauten WC/EC). Das übrige London besitzt für North, North-West, South-West, South-East, West und East die Kürzel N, NW, SW, SE, W und E. Aufgrund der Größe von London gibt es für den Innenstadtraum im „outward code“ noch einen weiteren Buchstaben, zum Beispiel „SW1A 1AA“. 

Einige Adressen in London haben traditionsbedingt ganz eigene Postleitzahlen, wie das Parlament, Buckingham Palace oder die Regierung und Behörden:

  • SW1A 0AA – House of Commons
  • SW1A 0PW – House of Lords, Palace of Westminster
  • SW1A 1AA – Buckingham Palace
  • SW1A 2AA – 10 Downing Street: Premierminister
  • SW1A 2AB – 11 Downing Street: Schatzkanzler
  • SW1A 2HQ – königliches Schatzamt

Einen besonderen Hinweis möchte ich noch zu diesen „prominenten“ Adressen in Großbritannien wie dem Buckingham Palast geben: Zumeist können diese Adressen nicht so ohne Weiteres beliefert werden. Man sollte sich daher vorab informieren, ob und wie an dortige Adressen geliefert werden kann. Am besten informiert man sich bei der Empfängeradresse selbst einmal oder nennt eine Ansprechperson vor Ort, die gegebenenfalls auch eine Sendung entgegennehmen kann oder gibt gleich eine Alternativadresse an.

Abschließend betrachtet ist das Ergebnis erstaunlich: Es gibt insgesamt im Vereinigten Königreich 124 „postcode areas“, 2.971 „districts“ und 10.631 „sectors“ und 1.762.464 „postcode units“. Mit anderen Worten ausgedrückt, mit circa 1,7 Millionen Postleitzahlen lassen sich etwa 27 Millionen Adressen darstellen. Letztendlich kann es also sein, dass sich nur wenige Adressen eine Postleitzahl teilen.

Dieses genaue Postleitzahlsystem matched also eine Adresse bis auf die Straße genau und kann daher auch bei der Verbrechensaufklärung genutzt werden. Gegenstände, wie Fahrräder, Fernseher oder Golfschläger können mit der Postleitzahl codiert werden und werden somit leichter identifiziert.

Eine Adresse in Großbritannien sieht nun so aus: Name, Adresszusatz, Hausnummer, Straße, Stadt und dann als letztes die Postleitzahl (und Land, gegebenenfalls kann noch die Grafschaft aufgeführt werden), zum Beispiel:

Im Grunde reicht also schon die Angabe der Postleitzahl, um eine Adresse ziemlich gut zu treffen. Daher ist dann aber auch die genaue Angabe der Postleitzahl sehr wichtig. Besondere Aufmerksamkeit ist bei den Buchstaben „O“ und der Ziffer „Null“ geboten, da es hier oft zu Verwechslungen kommt. Dieses Postleitzahlsystem gilt, wie bereits gesagt, für das Vereinigte Königreich und Nord-Irland. Die Republik Irland gehört nicht zu diesem Postleitzahlsystem. Bei einer Adressierung in „Irland“ sollte genau beachtet werden, ob sich die Adresse in Nord-Irland (Großbritannien) oder in der Republik Irland befindet.

Unsicherheiten und Anfragen gibt es häufig zu den Kanalinseln (Guernsey, Jersey), der Isle of Man oder der Isle of Wight. Auch Adressen in diesen Gebieten werden von Hermes beliefert. „Ausschlussgebiete“ in dem Sinne gibt es in Großbritannien also nicht. Zu den Gebieten, die nicht von Hermes beliefert werden, gehören die Überseegebiete, zu denen – wie bereits erwähnt – auch Gibraltar mitgerechnet wird (Ausschlussgebiete). 

Für die Postleitzahlsuche und weiteren Informationen bietet sich der Postcode-Finder von der Royal Mail an: http://www.royalmail.com/find-a-postcode und zur Geschichte: http://www.postcodearea.co.uk/facts/history/.

Falls Sie noch ein Weihnachtspaket nach Großbritannien versenden, verschicken Sie gern mit uns. In Großbritannien stellt dann auch Hermes zu, und zwar Hermes UK. Bitte beachten Sie, dass Hermes Sendungen ins europäische Ausland bis spätestens Montag, den 15.12.2014, 12 Uhr im PaketShop abgegeben werden müssen, damit sie pünktlich zu Weihnachten ankommen (siehe Weihnachtslieferzusage).


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