Mika Häkkinen zum großen Preis von Österreich 2015

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Kategorie: Formel 1, Gastbeiträge & InterviewsHermes Aktuell


Auch in der Saison 2015 berichte ich in Deutschland von den Formel-1-Grand Prix exklusiv für den Hermes Blog. Kürzlich war ich in Österreich und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert: 

Was sagen Sie zu diesem für Kimi Räikkönen schlimmen Wochenende in Österreich?
Wenn irgendwann einmal etwas nicht läuft, dann wird die Lage oft danach immer nur noch schlimmer. Ich habe selbst während meiner Formel-1-Zeit ähnliche Situationen erlebt, in denen aus welchem Grund auch immer gar nichts mehr zu gelingen schien. Für mich selbst half dann nichts anderes als positives Denken und der starke Glaube daran, dass man da schon wieder herauskommt.

Mika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes BlogWie gefährlich sah denn der Zusammenstoß von Räikkönen und Fernando Alonso in Ihren Augen aus? Das Wichtigste war, dass Kimi nicht verletzt war. Die Chance, mit dem Leben davonzukommen, wäre dann nicht mehr sehr groß, wenn das Auto direkt auf den Fahrer gerutscht wäre. Ein Formel-1-Wagen ist schließlich doch ziemlich schwer. Aus der Sicht des Fahrers war das ein Schreckensszenario. Kimi hat sekundenlang gesehen, was dort schlimmstenfalls hätte passieren können. Das brennt sich ins Gehirn ein. Dagegen kann man nichts machen. Das vergisst man nicht wieder.

Wie gut war Valtteri Bottas Ihrer Meinung nach in Österreich?
Valtteri wurde am Ende des Zeitfahrens seine schnellste Runde nicht angerechnet, da die gelben Flaggen dies verhinderten. Die Probleme mit den Bremsen wirkten sich sehr negativ auf seine Leistung bei dem Rennen aus. An der rechten Bremsscheibe stieg die Temperatur unerwartet an und Valtteri konnte nicht normal bremsen. Es war aber wichtig, dass er den Wagen ins Ziel gebracht hat und auch für den fünften Platz gibt es ja noch ganz ordentlich Punkte.

Nun sieht es langsam so aus, dass die Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton und Nico Rosberg deutlich die Oberhand im Kampf gegeneinander um den WM-Titel errungen haben, oder?
So sieht es aus. Nur zwei Fahrer kämpfen derzeit um den Sieg in der Formel 1. Mercedes hat nach wie vor eindeutig einen Vorsprung.

Wie kommentieren Sie den Fehler von Hamilton nach dem Boxenstopp, der ihm eine Zeitstrafe von fünf Sekunden einbrachte und am Ende den Kampf um den Sieg entschied?
Darüber habe ich mich gewundert, denn Lewis weiß sicherlich, dass man die weiße Linie an der Stelle nicht überfahren darf. Beide Mercedes-Fahrer stehen aber erheblich unter Druck und die Rückkehr von der Box auf die Strecke ist am Red-Bull-Ring ziemlich schwierig. Danach eröffnet sich sofort eine lange Gerade, so dass das Herausfahren in der Weise gelingen muss, dass man gleich mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit in die Gerade gehen kann. Innen kann man dort nicht abschneiden, weil es ein Metallgeländer gibt. Da kann man durch einen kleinen Fahrfehler von der regelgerechten Fläche abkommen und über die weiße Linie geraten.

Hätte sich Nico Hülkenberg, der zu den großen Erfolgreichen des Wochenendes gehört, schon einen Platz in einem der Spitzenrennställe verdient?
In der Formel 1 und auch darüber hinaus gibt es viele Fahrer, die über ganz besondere Fahrfähigkeiten verfügen. Die Rennställe denken jedoch oft an das Ganze. Hülkenberg ist ein talentierter Fahrer und hat sich als solcher am Wochenende gut geschlagen.

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