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15 Jahre Hermes PaketShops: „Auf zwei Rädern um die Welt“

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Kategorie: Gastbeiträge & Interviews, Geschichte & Tradition, Mitarbeiter & Leben, Produkte & Services


Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums unserer Hermes PaketShops stellen wir Ihnen unsere Serie “Echte Originale” vor. Heute: Christian Bach von „Bachus Bike“ aus Erfurt.

Jahrelang war Christian Bach als Profi auf seinem Rennrad zuhause, radelte durch Mexico-City und in Moskau – und brachte es bis zum Vize-Weltmeister. Heute betreibt er ein Fahrradgeschäft in Erfurt.

Hermes PaketShop Bachus Bike in Erfurt

  • Name: Christian Bach
  • Alter: 35
  • Geburtsort: Meiningen
  • Shop: Bachus Bike
  • Ort: Erfurt
  • Hobbys: Rad fahren, Ski fahren
  • Hermes PaketShop seit: 2014

Malerisch präsentiert sich die Erfurter Löbervorstadt an diesem Nachmittag, in den Fassaden der reich verzierten Gründerzeitvillen reflektiert goldgelb die Sonne. Nahezu unzerstört hat das Untere Dichterviertel die Wirren der Jahrzehnte überstanden. Den 27 Bombenangriffen auf Erfurt trotzte es ebenso wie der Sanierungswut der DDR-Spitzen, die in den Sechziger Jahren ganze Altstadtbezirke planieren ließen. Heute sind die meisten Häuser aufwändig saniert, die Einwohnerzahlen steigen, neues Leben kehrt ein. Christian Bach lehnt an seiner Haustür und blinzelt in die Sonnenstrahlen. „Mittlerweile ziehen viele Familien hierher“, sagt er und ergänzt: „Erfurt ist für mich die perfekte Stadt. Nicht zu hektisch, nicht zu groß, hat aber trotzdem alles, was man zum Leben braucht.“

Dazu trägt Christian Bach auch selbst bei: In den Räumlichkeiten eines ehemaligen Getränkeladens hat der 35-Jährige im Juli 2014 ein kleines Fahrradgeschäft („Bachus Bike“) eröffnet. „Der erste Radladen hier in der Gegend, viele meiner Kunden kommen aus der Nähe“, sagt er stolz. Vom auffällig gestylten Trend-Bike bis zum hochgerüsteten Profirennrad reicht das Sortiment, Reparaturen werden in der hauseigenen Werkstatt erledigt. Auch ein Hermes PaketShop ist integriert: „Das hilft, mein Geschäft über das Viertel hinaus bekannter zu machen.“

In drei Jahren zum Deutschen Meister

Wie es ist, bekannt zu sein, weiß Christian Bach aus eigener Erfahrung. Viele Jahre war er als Profiradsportler in der ganzen Welt unterwegs. Anfang der Neunziger Jahre hatte alles begonnen: Auf Anraten eines Trainers war der gebürtige Meininger einige Proberunden auf dem Rennrad gefahren. „Selbst die, die schon länger dabei waren, habe ich gleich beim ersten Mal abgehängt. Da merkt man dann schon, dass man so schlecht nicht sein kann“, erzählt er. Die Einschätzung bewahrheitete sich: 1994, nur drei Jahre später, wurde er Deutscher Meister, damals noch in der Jugendklasse. Weitere Auszeichnungen folgten. Sein Ehrgeiz war geweckt: „Fast jeden Tag habe ich mich damals aufs Rad gesetzt, für andere Dinge blieb kaum noch Zeit.“ Er trainierte und trainierte, wurde stetig besser, fuhr in immer höheren Klassen. Auf Bahnrennen und Zeitfahren spezialisiert, beschleunigte Christian Bach sein Rad in besten Zeiten auf über 70 km/h.

2002 wurde er in Kopenhagen schließlich Vize-Weltmeister im Bahnradvierer, bekam Fanpost aus aller Herren Länder. Er radelte in Moskau und in Kapstadt, in Los Angeles und im New Yorker Madison Square Garden, sogar in China – auf 3.000 Metern Höhe – trat er in die Pedalen. „In Mexico-City bin ich damals mit Freunden mitten durch die Stadt gefahren, quer durchs Verkehrsgetümmel. Der Weltverband hatte das zwar nicht abgenickt, aber das war uns egal“, erzählt er. Doch eines Tages musste Schluss sein mit dem Profisport, auch für einen Christian Bach, das stand fest. Und das Ende kam: 2011, nach 22 Jahren. Das von vielen Sportlern befürchtete Tief jedoch blieb aus, auch weil er sich bereits im Vorfeld auf diesen Tag vorbereitet hatte.

Kassenzone mit Silbermedaille

Hauptberuflich arbeitet Christian Bach heute als Polizeimeister bei der Bereitschaftspolizei Thüringen, die übrige Zeit verbringt er im Radgeschäft. Seine Medaille von 2002 hängt gleich hinter dem Tresen. „Die Überlegung, einen Fahrradladen aufzumachen, die hatte ich schon immer. Natürlich ist das ein Wagnis, aber das ist es mir wert. Meine Grenzen als Sportler kenne ich. Meine Grenzen als Unternehmer lerne ich jetzt kennen“, sagt er, während auf der anderen Straßenseite langsam die Sonne hinter einer prachtvollen Villa verschwindet. Bis 20 Uhr hat „Bachus Bike“ heute noch auf, dann winkt der wohlverdiente Feierabend. Nebenan zieht gemächlich eine Straßenbahn vorbei, die Rush Hour hat begonnen. Hier in der Steigerstraße wendet die Linie 6. Vorbei an herrschaftlichen Häusern, vorbei an Christian Bachs neuem Leben. Im 15-Minuten-Takt.

 

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