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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Großen Preis der USA

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für denMika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog Logo klein Hermes Blog von den Formel-1-Grand Prix. Am letzten Wochenende war ich in Austin und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Bernie Ecclestone sagte in Austin, dass die Formel 1 derzeit in einer Krise steckt. Stimmen Sie dem zu?

Für die kleinsten Teams in den Formel 1-Serien war es finanziell oft schwierig. Das ist nichts Neues. Es ist nicht leicht, das Formel 1-Projekt so zu gestalten, dass ein Rennstall schwarze Zahlen schreibt und dabei auch noch erfolgreich ist. Das ist eine schwierige Rechenaufgabe.

Nachdem nun Caterham und Marussia ausgestiegen sind, sind nur noch 18 Autos übrig. Sind das bereits zu wenige?

Ja. Die Anzahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren – 22 bis 24 Autos – konnte sehr gut gemanagt werden. In vielen Fragen der Logistik würden Probleme entstehen, wenn eine Serie plötzlich aus, sagen wir, 30 Autos bestünde. Alles würde komplexer, knapper bemessen und teurer werden. Es wäre ein wenig so, als wenn man 5 zusätzliche Spieler in ein Fußballspiel schicken würde. Aus der Sicht des Zuschauers wäre es allerdings besser, wenn mehr Autos dabei wären. Dann würde dort ja mehr passieren.

Sind Sie in Sorge, dass es um die Formel 1-Serie einmal noch schlechter bestellt sein könnte?

Ich mache mir keine Sorgen. Die Formel 1 ist allerdings eine Disziplin, die in der ganzen Welt verfolgt, aber auch von hochqualifizierten Profis betrieben wird. Sie finden sicher in Zusammenarbeit mit der FIA eine Lösung für die gegenwärtigen Probleme. 

Wer steht nun unter größerem Druck: Lewis Hamilton, der seine Führungsposition bereits ausgebaut hat, oder der Herausforderer, Nico Rosberg?

Nico steht nun etwas mehr unter Druck, weil Lewis mehr Punkte hat. Es hilft Lewis auch, dass er eine Weltmeisterschaft gewonnen hat. Für Nico ist das eine neue Situation, aber es ist noch keine Katastrophe. Es kann noch alles passieren. Als nächstes gehen wir nach Sao Paulo, wo schon oft überraschende Rennen stattgefunden haben. Beide Mercedes-Fahrer müssen nun ihre Nerven sehr gut unter Kontrolle halten, denn der nächste Fehler kann den Titelkampf entscheiden.

Was denken Sie über Valtteri Bottas‘ Leistung in den Vereinigten Staaten?

Nach einer exzellenten Leistung im Zeitfahren begann Valtteris Rennen ein wenig negativ. Aber er war doch noch in der Lage wieder eine Menge Punkte für Williams einzufahren. Sie waren für das Team im Kampf um Platz 3 in der Konstrukteurswertung extrem wichtig.

Was sagen Sie zum Rennen von Kimi Räikkönen, der auf Platz 13 kam?

Kimi leidet darunter, dass das Auto nicht auf seinen Fahrer hört. Es nimmt die Kurven nicht so, wie Kimi es gern hätte. Er kann seine Fähigkeiten nicht zeigen, weil das Auto die Geschwindigkeit bestimmt, nicht der Fahrer. Die Techniker von Ferrari verstehen natürlich Kimi’s Problem, aber das heißt noch nicht, dass das Auto auch entsprechend verändert werden kann. Kimi müsste den Wagen in aller Ruhe testen können, aber das lassen die Regeln nicht zu. Aber ständig gegen einen Teamkollegen zu verlieren, ist nicht akzeptabel. Kimi’s Talent ist sicher nicht verloren, aber er ist noch immer Nummer Zwei bei Ferrari, und in der Formel 1 interessiert sich niemand für diese Nummer.

Was war während Ihrer Karriere in einem Formel 1-Auto wichtig?

Ich hatte früher auch einige der Probleme mit dem Auto, wie sie Kimi in diesem Jahr hatte. Ich weiß sehr gut, wie nervig das für einen Fahrer sein kann, wenn das Auto nicht zu seinem Fahrstil passt. Dies kann von vielen Dingen, wie dem Aufbau der Reifen oder der Konstruktionsweise des Fahrzeugs, abhängig sein.

McLaren, Ihr frühere Rennstall, hat seine Fahrer für die nächste Saison noch nicht bestätigt. Wird Jenson Button für Fernando Alonso Platz machen müssen und eventuell die Formel 1-Serie verlassen?

Jenson’s Verhalten reflektiert auf eine gewisse Weise einen Mangel an Vertrauen. Wer langfristig Erfolg anstrebt, verhält sich nicht in einer solchen Art und Weise.

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