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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Großen Preis von Japan

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den Hermes Mika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog Logo kleinBlog von den Formel-1-Grand Prix. Am letzten Wochenende war ich in Suzuka und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Welche Gedanken bewegen Sie angesichts des tragischen Unfalls von Jules Bianchi?

Das war ein mehr als bedauerlicher Unfall. Jules hatte unglaubliches Pech, dass das Bergungsfahrzeug gerade dort stand, wohin sein Wagen schlitterte. Die gesamte große Formel 1-Gemeinschaft ist davon emotional berührt. Zu dem Unfall wird sicher eine umfassende Analyse erstellt. Man sollte aber auch bedenken, dass es bei Formel 1- Rennen schon seit mehr als 20 Jahren keine Todesfälle mehr gegeben hat. Das ist eine lange Zeit.

Sie verfügen über große Erfahrungen mit Rennen in Suzuka. Wie fährt es sich dort bei Regen?

Suzuka ist eine sehr schwierige Strecke. Auch bei trockenem Wetter ist die Wahl der Fahrlinien entscheidend, um einen ordentlichen Rhythmus zu finden. Wenn man in Suzuka in die Kurve hinein fährt, muss man alles richtig machen, sonst ist der Fahrrhythmus komplett verloren. Bei Regenwetter wie am Sonntag birgt das Fahren über die Innenrandbegrenzung hinaus seine eigenen Risiken in sich. Die Rennstrecke von Suzuka ist auch schon ziemlich alt. Da sind im Laufe der Zeit Unebenheiten entstanden, Neigungen haben sich verstärkt und an vielen Stellen sammelt sich Wasser.

Welche Umstände haben Ihrer Meinung nach bei dem Unfall von Bianchi eine Rolle gespielt?

Es wurde langsam dunkel und die Stärke des Regens änderte sich ständig. Für die Fahrer war es dann ziemlich schwierig einzuschätzen, wie sie unter solchen Umständen fahren sollten. Da das Rennen schon dem Ende zuging, waren einige Fahrer vielleicht auch schon recht erschöpft. An der Unfallstelle von Bianchi waren doppelte gelbe Warnflaggen angebracht. Wenn ein Fahrer eine solche gelbe Flagge sieht, dann weiß er, dass er aufpassen muss, weil dort vor ihm irgendwas passiert ist. Bei einer doppelten Warnflagge sollte man auf alles gefasst sein. Da kann ein Wagen mitten auf der Fahrbahn liegen geblieben sein. Dann muss man wirklich Tempo rausnehmen. Klar ist aber auch, dass, wenn ein Formel 1-Wagen mit hoher Geschwindigkeit in ein Aquaplaning gerät, der Fahrer praktisch nichts mehr machen kann.

Am letzten Wochenende sorgte auch die Ankündigung von Sebastian Vettels Ausscheiden bei Red Bull für große Diskussionen. Verstehen Sie die Entscheidung von Vettel, den Rennstall zu wechseln?

Ich verstehe gut, dass er sich in dieser Phase neuen Herausforderungen stellen will. Vettel ist bei Red Bull schon viermal Weltmeister geworden. Das ist ein wahnsinnig toller Erfolg.

Glauben Sie, dass Vettels Entscheidung auch von der Tatsache beeinflusst wurde, dass er in dieser Saison oft gegen seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo verloren hat?

Das hat sicher auch eine Rolle gespielt. Ricciardo hat Vettel dieses Jahr wirklich mehrfach geschlagen. Das hat in Vettels Denken sicher verschiedene Theorien zu der Frage entstehen lassen, warum dies so gekommen ist. Ich bin neugierig, wie Vettels Karriere in der nächsten Saison und darüber hinaus weitergeht.

Was meinen Sie dazu, dass am kommenden Wochenende Russland zum ersten Mal ein Formel 1-Rennen ausrichtet?   

Zur politischen Lage möchte ich keine Stellung nehmen. Wenn ich nur an den Motorsport und die Formel 1 denke, dann ist es meiner Meinung nach positiv zu bewerten, dass nun endlich auch in Russland Formel 1-Rennen gefahren werden können. Russland ist für die Formel 1 ein neues Land mit neuen Märkten. Im Moment denke ich aber mehr daran, dass wir hoffentlich gute Nachrichten über den Zustand von Jules Bianchi erhalten. Ich weiß selbst aus eigener Erfahrung, wie schwer Kopfverletzungen sein können. Ich glaube, dass Jules das schafft und gestärkt zurückkommt.

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