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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Großen Preis von Singapur

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den Hermes Mika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog Logo kleinBlog von den Formel-1-Grand Prix. Am letzten Wochenende war ich in Singapur und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Nico Rosberg hat seine WM-Führung verloren, nachdem er wegen technischer Probleme, die mit einem gebrochenen Kabel an der Lenkachse begannen, abbrechen musste. Kann es nun so kommen, dass der Kampf um die Meisterschaft durch Probleme mit der Zuverlässigkeit von Mercedes entschieden wird?

Beide Mercedes-Fahrer hatten tatsächlich technische Probleme. Wenn ein Auto bis an seine Grenzen getunt wird, muss man bestimmte Risiken einkalkulieren. Der Fehler an Nicos Wagen hatte nichts mit einer zu hohen Kilometerzahl zu tun. Das war ein wirklich selten auftretendes Problem.

Lewis Hamilton liegt nun drei Punkte vor Nico Rosberg. Wie wird dieser Kampf entschieden, wenn nicht durch technische Probleme?

In der Geschwindigkeit gibt es tatsächlich keinen großen Unterschied zwischen Nico und Lewis. Lewis fährt eher an seine Grenzen und geht dabei mehr Risiken ein. Das kann sich rächen.

Glauben Sie noch daran, dass Daniel Ricciardo im Kampf um die Meisterschaft richtig mitmischen kann?

Das ist schon möglich. Er liegt nur 60 Punkte hinter der Spitze, und der Sieger erhielt für das letzte Rennen 50 Punkte. Ricciardo kann die ganze Zeit gute Punkte sammeln. Nico und Lewis müssen aufpassen, dass er nicht noch überraschend von hinten vorbeizieht. 

Was meinen Sie zu der neuen Regel zur Einschränkung der Boxenfunk-Ansagen, die auch in Singapur für Diskussionen sorgte?

Darin sehe ich kein großes Problem. Sicherheit ist immer wichtig. Ich glaube aber nicht, dass die neue Regel zum Boxenfunk großen Einfluss auf die Sicherheit hat. Wenn ich diese Frage aus der Sicht des Fahrers betrachte, dann hat man heutzutage schon direkt genaue Angaben beispielsweise dazu erhalten, wo der Fahrer gegenüber seinem Teamkollegen schneller oder langsamer ist. Darauf konnte er sofort reagieren. Früher musste man erst an die Box fahren und sich dort die Daten ansehen. Bei den Starts muss man nun selbst ohne Boxenfunk-Ansagen die Einstellungen und den besten Grip auf die hinteren Reifen hinkriegen, aber das sollte für einen Formel 1-Fahrer kein Problem sein. 

Was haben Sie gedacht, als Sie hörten, dass Luca di Montezemolo den Chefposten verlassen muss?

Das ist nicht besonders erstaunlich. So ist das Leben. Er hat es geschafft, 23 Jahre lang Chef von Ferrari zu sein. Nichts ist für ewig und das bleibt sicher nicht der letzte Personalwechsel bei Ferrari. Es gibt viele Gerüchte.

Was sagen Sie zu dem sich ständig verstärkenden Gerücht, dass Fernando Alonso Ferrari verlässt und zu McLaren-Honda geht?

Zunächst könnte man ja einmal fragen, warum McLaren noch keine Fahrerverträge für die nächste Saison abgeschlossen hat. Dies liegt daran, dass McLaren versucht, ein möglichst gutes Gesamtpaket zu schnüren. Für Fahrer, die eine Meisterschaft gewonnen haben, finden sich immer Interessenten, die sie nehmen wollen. Ist doch klar, wenn man die höchste Kompetenz bekommen kann, dann wird man diese Chance auch nutzen. Wenn es um Alonso geht, dann ist er sicher sowohl wegen seiner fahrerischen Fähigkeiten als auch aus Marketinggründen wertvoll. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die reichen und erfolgreichen Rennställe nur an dem Besten interessiert sind. Um ihn zu bekommen, tut man alles.

Und was sagen Sie zu Valtteri Bottas‘ Leistung in Singapur, wo er mit einer schwierigen Lenkung und stark abgenutzten Reifen gefahren ist?

Alle haben gesehen, dass die Reifen nicht ganz bis zum Ende durchgehalten haben. Auf das Endergebnis wirkte sich aber eher aus, dass die Lenkung nicht mehr ganz richtig funktionierte. Wenn die Lenkung starr wird und zwischendurch blockiert, dann wird das Fahren wirklich schwierig. Diesmal hat Valtteri keine Punkte bekommen, aber bei dem nächsten Rennen in Suzuka hat er gute Chancen, wieder näher an die Spitze heranzukommen. Dort ist die Bahn besser für die Williams-Wagen als in Singapur.

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