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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Großen Preis von Ungarn

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den HermesMika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog Logo klein Blog von den Formel-1-Grand Prix. Am letzten Wochenende war ich auf dem Hungaroring bei Budapest und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Für Kimi Räikkönen lief das Wochenende in Ungarn im Großen und Ganzen schon beim Qualifying schief, wegen einer schlimmen Fehleinschätzung seitens des Rennstalls. Wie ist es möglich, dass Ferrari so ein Fehler unterläuft?

Das war ein klarer Fauxpas. So etwas dürfte bei einem Rennstall mit dem Niveau von Ferrari nicht passieren. Haben die schon an die vier Wochen Urlaub gedacht oder woran kann das liegen? Ich wundere mich schon etwas darüber, dass es unter Pat Fry zu so einem gravierenden Fehler kommt. Ich kenne Fry sehr gut. Es war Ingenieur bei den Rennen, als ich für McLaren fuhr. Bei irgendjemandem hätten die Alarmglocken läuten müssen. Man sollte niemals etwas als selbstverständlich betrachten.

Wie sah Räikkönens Fahrleistung dann beim Rennen aus? 


Das wird sich bei Kimi schon nach einrenken. Es ist nur eine Frage der Zeit. Kimi ist in der Lage, genauso schnell wie Alonso zu fahren, wenn er sein Päckchen erst mal richtig geschnürt hat.

Die britische Zeitung Guardian schrieb, dass McLaren an Ihrem Protegé Valtteri Bottas interessiert ist. Was antworten Sie darauf?

Das ist doch ganz natürlich. Erstens ist Valtteri noch ein junger Fahrer, der erst seit kurzer Zeit bei der Formel 1 dabei ist. Valtteri ist auch nicht nur wegen seiner Schnelligkeit interessant. Er kann die anderen im Rennstall motivieren und schafft es, eine Atmosphäre zu schaffen, wie sie für den Erfolg notwendig ist. Es besteht Interesse, und gut. Was daraus künftig wird, bleibt abzuwarten. 

Was sagen Sie zu Bottas am Wochenende in Ungarn?

Ausgezeichnete Leistung beim Qualifying, gute Startposition und ein ordentlicher Start. Dann kam das Safety car auf die Bahn und das hatte einen großen Anteil daran, dass Valtteri sich am Ende mit dem achten Platz begnügen musste. Williams konnte jedoch beweisen, dass der Rennstall jetzt ein Auto hat, das auch auf langsamen Strecken gut zurechtkommt.

Der Williams bringt die beste Geschwindigkeit auf den Geradeausstrecken, und als nächstes geht es auf die schnellsten Bahnen der Formel 1-Serie. Könnte man erwarten, dass Bottas in Spa und Monza sogar einen Sieg erringt?

Jedes Rennwochenende hat seine eigenen neuen Herausforderungen. Theoretisch ist ein gutes Ergebnis möglich. Zumal Mercedes zuletzt technische Probleme hatte, das erhöht die Chancen für Valtteri und Williams.

Was halten Sie von der Stallorder seitens Mercedes, durch die Nico Rosberg an Lewis Hamilton vorbeikommen sollte?

Für einen Rennstall heißt das Ziel immer maximale Punktzahl, und beide Fahrer versuchen natürlich, sich bestmöglich zu platzieren. Nico hatte das größere Tempo und er sollte noch weichere Reifen bekommen, so dass der Rennstall dachte, Lewis sollte Nico vorbei lassen, um ein maximales Ergebnis einzufahren. Lewis hat natürlich in die Rückspiegel geschaut und bemerkt, dass Nico noch nicht nah genug dran war. Wahrscheinlich hat er ausgerechnet, dass es gar keinen Sinn machte, Nico vorbei zu lassen, weil er dabei zwei Sekunden verlieren würde und einen Platz auf dem Siegertreppchen. Meiner Meinung nach hat Lewis richtig gehandelt.

Und was sagen Sie zu Daniel Ricciardo, der nach den Überholmanövern im letzten Moment den zweiten Sieg in dieser Serie errang?

Ricciardos Fahrstil, die Kontrolle über das Fahrzeug und die Überholmanöver stellen sich wie in einem Lehrbuch des Autorennsports dar. Ricciardo hat anderen Fahrern gezeigt, dass – wenn er erst mal zum Überholen ansetzt, dann auch tatsächlich überholt. Derzeit sind die beiden heiß gehandelten Namen in der Formel 1 Bottas und Ricciardo.

Die Bahn in Ungarn war ja nass und rutschig, aber war die Zahl der Autos, die von der Strecke abkamen und kollidierten, trotzdem eine Überraschung?

Allem Anschein nach wurde hier an die Grenzen gegangen und mit hohem Risiko gefahren. Wenn die weißen Linien und Erhöhungen nass sind, dann sind sie auch glatt, so dass man sie meiden sollte. Das führt mit Sicherheit dazu, sich im Kreis zu drehen. Ich wundere mich, warum viele trotzdem so fuhren. 

In der Formel 1 beginnt nun die Sommerpause. Wir wünschen allen Lesern der Mika Kolumne einen schönen Sommer! Am 24. August findet das nächste Rennen statt.

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