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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Großen Preis von Deutschland

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den Hermes Mika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog Logo kleinBlog von den Formel-1-Grand Prix. Am letzten Wochenende war ich auf dem Hockenheimring und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Valtteri Bottas Höhenflug hält an. Was sagen Sie zu seiner Leistung in Hockenheim?

Vor dem Wochenende war ich ein wenig besorgt, welche Auswirkungen die Entfernung des FRIC-Fahrwerks auf das Tempo der Williams-Wagen haben wird. Williams hat gegenüber Mercedes jedoch leicht gut gemacht. Valtteris Leistung war perfekt, auch wenn er ziemlich unter Druck geriet. Es war toll zu sehen, wie fantastisch er die Lage kontrollieren konnte, obwohl Lewis Hamilton von hinten drängte. Valtteri hat wunderbar seine eigenen wie auch die Stärken seines Autos genutzt, und am Ende konnte Hamilton nicht einmal ein Überholen versuchen.

Waren Sie überrascht, dass von Williams gegen Ende an Bottas über Funk die Nachricht kam, dass es sich vielleicht nicht lohnt, gegen Hamilton zu kämpfen?

Das war seitens des Rennstalls ganz logisch gedacht, denn Felipe Massas Auto war ja schon ausgeschieden. Williams wollte sicherstellen, dass zwischen Valtteri und Lewis nicht irgendetwas passierte, das am Ende den Platz auf dem Treppchen kostete. Lewis war während des Rennens schon vorher in Situationen, in denen Teile des Frontflügels durch die Gegend flogen.

Glauben Sie, dass Bottas auch am kommenden Sonntag auf der langsamen Bahn von Hungaroring um einen Platz auf dem Siegerpodest kämpfen kann?

In Ungarn wird traditionell ein sehr heißes Rennen gefahren, und die Bahn belastet die Reifen erheblich. Williams erhält dort neue Teile und die Aerodynamik des Autos wird sich weiter verbessern. Die Geradeausgeschwindigkeit ist eine Stärke von Williams, aber Hungaroring hat keine langen Geradeausabschnitte. Trotzdem glaube ich, dass Valtteri auch dort gute Chancen auf Erfolg hat.

Was denken Sie darüber, wie Kimi Räikkönen derzeit fährt?

Das grenzte ja an ein Wunder, dass Kimi in Hockenheim ins Ziel kam. Kimi war ein paar Mal zwischen zwei Autos an so schlechten Stellen, dass er in der Situation eigentlich nur noch ein Fahrgast war. Er konnte nichts anderes tun als warten, was passiert. Fernando Alonso ist immer noch vor Kimi und hat bessere Ergebnisse. Ich möchte dabei aber noch einmal betonen, dass der Ferrari für Alonso wie maßgeschneidert ist, da er bereits seit 2010 in dem italienischen Rennstall ist. Von Kimi ist nun Geduld und Beharrlichkeit gefragt.

Wer hatte mehr Schuld an dem Zusammenstoß von Felipe Massa und Kevin Magnussen?

Meiner Meinung nach stand das mehr oder weniger 50-50. Wenn Massa annahm, dass Magnussen verlangsamte und beschloss, hektisch nach innen zu ziehen, dann war das für einen erfahrenen Fahrer ein Einschätzungsfehler. Wäre ich selbst in Massas Situation gewesen, dann hätte ich sicher vorher daran gedacht, dass neben mir ein Kollege losfuhr, der dieses Jahr schon an etlichen Zusammenstößen beteiligt war. Ich hätte deshalb zu ihm ein wenig Platz gelassen. Damit hätte ich sicherer sein können, dass zumindest Magnussen mein Rennen nicht schon in der ersten Kurve verdirbt. Viele Unfälle kann man vermeiden, wenn die Vorarbeit und die Vorbereitung auf das Rennen besser erledigt werden. Ich möchte aber auch sagen, dass auch ich solche Fehler gemacht habe, aber ich habe aus ihnen gelernt.

Nico Rosberg hat geheiratet, aber das scheint ihn nicht langsamer zu machen, oder?

Überhaupt nicht. Das Wochenende von Hockenheim hat Nico perfekt absolviert. Ich glaube aber, dass es für Nico noch spannungsreiche Momente mit Lewis geben wird. Ihr Kampf um den Meistertitel wird noch viel gröber und aggressiver.

 

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