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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Kolumne zum Grand Prix in China

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den Hermes Blog Mika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog von den Formel-1-Grand Prix. Am Wochenende war ich in Shanghai und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

Kimi Räikkönen hat in Shanghai auf seinen Teamkollegen Fernando Alonso fast eine Minute verloren? Wie schwierig ist die Situation für Räikkönen jetzt?

Kimi hat Probleme, und die müssen gelöst werden. Alonso ist zurzeit gegenüber Kimi schlichtweg dominierend. Es geht hier nicht nur um geringe Unterschiede. Vier Rennen sind gefahren, und meiner Ansicht nach hätte Kimi in dieser Zeit irgendwie die Sache zum Laufen bekommen müssen. Sein Auto kann nicht so katastrophal schlecht sein, dass er aus diesem Grund Alonso nichts entgegenzusetzen hat. Kimi muss etwas tun, und das sehr bald.

Das nächste Rennen wird in drei Wochen in Barcelona gefahren. Sollte Räikkönen für diese Zeit Urlaub vergessen und sich mit ganzer Kraft auf die Lösung der Probleme konzentrieren, indem er beispielsweise auf dem Ferrari-Simulator trainiert?

Der Simulator ist eine gute Alternative. Damit kann man alle möglichen Einstellungsänderungen ausprobieren. Ich möchte Kimi jedoch keine Ratschläge erteilen, denn ich gehe davon aus, dass ein Weltmeister selbst konzentriert an die Lösung von Problemen herangehen kann, damit er seinen Teamkollegen schlagen und in dem Wettbewerb eine ordentliche Leistung abliefern kann.

Hat Ferrari eine gute Entscheidung getroffen, als sie Marco Mattiacci zum neuen Rennstallchef an die Stelle von Stefano Domenicali berufen haben?

Domenicali ist für alle ein Freund, auch für mich. Manchmal sind jedoch Veränderungen notwendig. In diesem Moment ist es noch schwer zu sagen, ob Ferrari damit die richtige Entscheidung getroffen hat. Wenn man zu McLaren schaut, dort musste ja Martin Whitmarsh gehen, der viele Jahre lang Rennstallchef war, aber es letztendlich nicht geschafft hat, die gewünschten Ergebnisse zu bringen. Köpfe können immer mal rollen, wenn große Unternehmen ihre Probleme zu lösen versuchen. In der Formel 1 muss ein Rennstallchef wirklich eine Führungspersönlichkeit sein. Seine Autorität muss so stark sein, dass nicht einmal in Teilbereichen Risse entstehen.

War Mattiacci auch für Sie ein Unbekannter?

Seinen Namen habe ich schon früher gehört. Die Zeit wird zeigen, was er leisten kann. Eine Tatsache ist in jedem Fall, wenn man noch gar keine Erfahrung in der Formel 1 hat, dann ist es ganz schön schwierig, da einfach so aufzuspringen.

Sind Sie mit der Leistung von Valtteri Bottas und seinem 7. Platz zufrieden?

Das ist toll, dass Valtteri nun wieder Punkte sammeln konnte, obwohl er ohne Telemetrie fahren musste.

Hatten Sie trotzdem erwartet, dass Williams in den ersten Rennen der Saison erfolgreicher wäre?

In der Tat wären wohl mehr Punkte drin gewesen. Man darf dabei aber nie vergessen, wo Williams letztes Jahr stand. Die hatten dann in der gesamten Saison fünf Punkte bekommen. Jetzt hat der Stall schon 36 Punkte, so dass man von einer gewaltigen Entwicklung sprechen kann.

Sebastian Vettel hat wieder gegen seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo verloren, er hat den Australier nicht sofort vorbei gelassen, obwohl der Stall das angesagt hatte. Wie ist die Lage bei Red Bull jetzt?

Für Vettel war es eine traurige Überraschung, dass Ricciardo ihn dauernd schlägt, aber die Anweisungen des Rennstalls sind zu befolgen. Schon in der letzten Saison wunderte man sich über Vettels Verhalten gegenüber seinem Rennstall, und nun geht das so weiter. Der Stall konnte Vettel nicht vermitteln, wie man sich in dieser Situation verhalten muss. Vettel benimmt sich in einer Weise, dass ihm dadurch über kurz oder lang selbst Schaden zugefügt wird. Solcher Dinge erinnert man sich dann, wenn er den Stall wechseln will. Vettel spielt wirklich zurzeit kein gutes Spiel.


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