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Mika Häkkinen

Mika Häkkinen Australia Grand Prix Kolumne

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Kategorie: Formel 1


In dieser Saison berichte ich in Deutschland exklusiv für den Hermes BlogMika Häkkinen zur Formel 1 Saison 2014 im Hermes Blog von den Formel-1-Grand Prix. Am Wochenende war ich in Australien und habe im folgenden Interview für Sie das Rennen analysiert:

1. Sie waren bei der Formel 1-Eröffnung in Melbourne dabei. Wie klingt der Sound der neuen V6-Turbos in Ihren Ohren?

In der Tat leise. Ich habe selbst alle Motorvarianten ausprobiert, die in den vergangenen Jahrzehnten bei der Formel 1 verwendet wurden. Die V12-Motoren hatten einen unglaublichen Sound, auch beim V10 war der Sound wunderbar und beim V8 immer noch ok, aber der Sound des neuen Turbomotors hört sich nicht mehr wirklich nach Formel 1 an. Für die Fernsehzuschauer spielt das wahrscheinlich keine große Rolle, aber die Zuschauer vor Ort schütteln mit dem Kopf.

2. Ist Nico Rosberg jetzt der Kandidat auf den Weltmeistertitel, nachdem er in Australien relativ leicht gewonnen hat?

Das würde ich so noch nicht sagen, aber Mercedes ist eindeutig derzeit der stärkste Rennstall. Nico und Lewis Hamilton werden sicher in dieser Saison phantastische Ergebnisse einfahren.

3. Wie schwer wird es sein, Mercedes einzuholen?

Unmöglich ist es nicht, da die Technologie, die die neuen Regeln verlangt, für alle noch ziemlich neuartig ist. Ein Rennstall wird im Verlauf der Saison wohl einen großen Sprung machen können.

4. Was sagen Sie zur Leistung von Valtteri Bottas?

Letztendlich hat sich Valtteri ganz gut geschlagen. Den ärgerlichen kleinen Fehler, der glücklicherweise nur einen Reifenschaden zur Folge hatte, hat er gut ausgebügelt. Als ich den Aufprall sah, war ich fast sicher, dass die Radaufhängungen beschädigt sind. Valtteri geht derzeit voll ran und geht Risiken ein. Wenn diese Risikobereitschaft zu Misserfolg führt, lernt man daraus und kommt weiter.

5. Sie kennen die Kurve, in der Bottas die Mauer touchiert hat, sehr gut. Was für eine Stelle ist das denn?

Eine sehr schwierige. Es handelt sich um eine langgezogene Linkskurve, in der man am äußeren Fahrbahnrand fährt und der Grip normalerweise weder vorn noch hinten perfekt ist. Wenn das Auto dann leicht ins Schleudern gerät und da gleich eine Mauer ist, kann man nicht mehr viel machen. Dann muss man nur versuchen, das Fahrzeug so auszurichten, dass das Vorder- und Hinterrad gleichzeitig die Mauer touchieren, aber das ist schwierig.

6. Für Kimi Räikkönen sieht es nicht gut aus  – oder was denken Sie?

Kimi konnte bei den Tests nicht genug Kilometer fahren, das war von Nachteil für ihn. Bei Ferrari kennt man ganz genau den Fahrstil von Fernando Alonso, aber gegenüber Kimi ist der Rennstall in einer schwierigeren Lage. Da das Auto seit dem letzten Jahr sehr stark verändert wurde, aber Kimi nicht ausreichend Gelegenheit zum Fahren hatte, war es für den Stall sehr kompliziert, große Änderungen an dem Fahrzeug vorzunehmen. Also Kimi war in der Tat beim ersten Rennen nicht besonders gut dran.

7. Wie sah Räikkönens Fahrleistung denn in Australien aus?

Beim Bremsen blockierte bei Kimi dauernd ein Rad – mal das linke Vorderrad, mal das rechte. Da schwindet das Selbstvertrauen schnell, wenn man nicht so spät bremsen kann wie man will. Kimi hatte kein Vertrauen in das Fahrzeug. Das war deutlich zu sehen.

8. Was sagen Sie zu Kevin Magnussen, der bei seinem ersten Formel 1-Rennen sofort mit auf dem Siegertreppchen stand?

Es war eine Freude, Magnus beim Fahren zuzuschauen. Er schafft es, mit dem Auto an die Grenzen zu gehen. Das sieht man daran, wie er die äußersten Kanten ausnutzt. Er ist ein sehr talentierter Fahrer.

9. War es nicht ziemlich überraschend, dass Daniel Ricciardo sofort schneller war als sein Teamkollege Sebastian Vettel, der ja schließlich vierfacher Weltmeister ist?

Darüber wundere ich mich auch. Er war eigentlich unheimlich viel schneller als Vettel. Die Disqualifikation war für Ricciardo schon ein ziemlich harter Schlag nach einer  guten Leistung.

 


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