Miriam Duma

Interview mit Lukas von Lindern zu Diversity und Gleichberechtigung bei Hermes

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Kategorie: Hermes Aktuell, Jobs & Karriere, Mitarbeiter & Leben, Verantwortung & Engagement


Mit der ersten Demonstration für ihre Rechte machten Lesben und Schwule in Hamburg im Jahre 1980 auf sich aufmerksam. Ihr Motto: “Gegen die Diskriminierung der Homosexuellen. Wir sind Viele!” Der Protestmarsch fand damals 1.500 Anhänger und ein jähes Ende: eine Auseinandersetzung mit der Polizei. Inzwischen, 40 Jahre später, demonstrieren jährlich knapp eine Viertel Million Menschen friedlich zum Hamburg Pride. Das Motto: “Keep on fighting. Together.” Auch die Inhalte der Demo haben sich gewandelt, es geht längst nicht mehr nur um Homosexuelle. Der Christopher Street Day macht sich für die Rechte der gesamten LGBTIQ-Community stark.

Immer mehr Unternehmen, unter anderem Hermes und die gesamte Otto Group, setzen sich aktiv für mehr Diversity und Gleichberechtigung ein. Hermes legt besonderen Wert darauf, dass sich alle Mitarbeiter*innen willkommen und akzeptiert fühlen können, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, von Alter, Herkunft oder Hautfarbe.

Im Interview verrät uns Lukas, HR Manager in der Zentrale in Hamburg, wie er mit seiner sexuellen Orientierung umgeht, und was er bei Hermes an seinem Arbeitsumfeld im Bezug darauf besonders schätzt:

Wie empfindest Du den Umgang des Unternehmens mit der persönlichen Vielfalt der Mitarbeiter*innen? Gibt es Aktionen und Netzwerke, an denen sich Kolleg*innen beteiligen können?

Diversity bzw. die persönliche Vielfalt werden bei Hermes nicht nur zur Pride Week, sondern täglich gelebt. Wir haben sowohl in der Zentrale als auch an unseren Standorten einfach eine riesige Vielfalt in Bezug auf das Alter, das Geschlecht und besonders die Nationalitäten der Mitarbeiter*innen – 95 verschiedene, um genau zu sein. Diese Vielfalt spiegelt sich unter anderem in den unterschiedlichen Austauschformaten wider. Es gibt z.B. Formate, bei denen sich Kolleg*innen zu einem Lunch in unterschiedlichsten Sprachen verabreden. Oder die Frauen-, Väter- oder Queeren Netzwerke, die über die gesamte Otto Group hinweg für jeden zugänglich sind. Ganz besonders möchte ich hier natürlich das MORE* Netzwerk hervorheben, das in dieser Woche sogar seinen ersten Geburtstag feiert. Das MORE* Netzwerk besteht aus einem festen Kernteam mit Vertreter*innen aller Otto Konzerngesellschaften und hat mittlerweile weit über 300 Mitglieder, die sich zu aktuellen Themen austauschen, Support geben und suchen, sich mit anderen Queeren Netzwerken einzelner Unternehmen austauschen und bei kritischen Themen auch gerne mal mit dem Finger in die Wunde drücken.

Bist Du von Anfang an offen mit Deiner Homosexualität umgegangen, bzw. kannst Du Dich noch an den Moment erinnern, als Du Dich am Arbeitsplatz geoutet hast?

Ein Outing hatte ich nicht wirklich am Arbeitsplatz. Ich hatte den Luxus, dass ich im HR-Bereich einfach sehr viele weltoffene, aufgeschlossene Kolleginnen habe. Da war es meist sehr einfach, im Nebensatz mal was von einem Freund zu erzählen. Und damit war das „Outing“ für mich erledigt.

Wie hast Du die Reaktion Deiner Kolleg*innen erlebt?

Reaktionen darauf gab es wenig. Was zeigt, wie selbstverständlich Diversity bei uns ist. Es ist einfach so. Ich habe die Erfahrung gemacht: Was normal für einen selbst ist, bringt meistens wenig Reaktion hervor. Was aber auffällig ist: Bei Regenbogen-Themen werde ich natürlich deutlich öfter angesprochen oder zu Rate gezogen, als andere. 😉

Hast Du einen Tipp für Kolleg*innen, die sich vielleicht noch nicht getraut haben, sich am Arbeitsplatz zu outen, dies aber gern tun würden?

Einen wirklichen Tipp bzw. einen genauen Fahrplan habe ich dafür nicht – das ist sehr individuell. Das Outing beginnt meiner Meinung und Erfahrung nach mit einem selbst. Dies ist glaube ich der schwerste Teil am ganzen Outing. Denn natürlich sind wir selbst unser größter Kritiker. Danach könnte man sich ersten Personen einzeln anvertrauen und nicht gleich dem ganzen Team. So lernt man im Kleinen, wie andere auf ein Outing reagieren. Was meist schön ist, da es ein wundervoller Moment der Vertrautheit und emotionalen Nähe zu einem anderen Menschen sein kann und nicht nur ich, sondern auch viele andere Menschen, die ich kenne, auf tolle Reaktionen und viel Support getroffen sind.

Hatten die Faktoren Toleranz und Diversität Einfluss auf deine Jobsuche?

Für mich ist es wichtig, dass ich einen Arbeitgeber habe, der meine Werte vertritt und bei dem ich ein großes Maß an Akzeptanz finde. Ich gebe zu, ich habe mir noch nie einen Arbeitgeber ausgesucht, weil dieser sich besonders für die Queere Community engagiert. Aber natürlich schaue ich, wer seine Mitarbeiter*innen als individuelle Menschen betrachtet und nicht als eine weitere Personalnummer.

Vielen Dank, lieber Lukas, für deine offenen und ehrlichen Worte. Wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit haben, als Arbeitgeber so viele Angebote für unsere Mitarbeiter*innen zu schaffen.

Interessiert an weiteren Infos? Hier findest du weitere Hintergründe zum MORE* Netzwerk

 


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