Startseite Trenner Technologie & Innovation Trenner „Kann er der Fahrrad-Mafia entkommen?“ Die kuriosesten Fragen zu unserem Lieferroboter
Tina Breske

„Kann er der Fahrrad-Mafia entkommen?“ Die kuriosesten Fragen zu unserem Lieferroboter

Verfasst von: | 6 Comments
Kategorie: Technologie & Innovation, Transport & Logistik


Als wir Anfang August unsere Kooperation mit dem europäischen Technologie Start-up Starship bekannt gaben und erklärten, dass wir zukünftig kleine Roboter Pakete ausliefern lassen wollen und nun den ersten Test im Hamburg durchführen, waren wir überrascht von dem riesigen medialen Echo. Nicht nur Branchenmagazine berichteten darüber, auch Spiegel Online, die Zeit, golem und Chip widmeten der Kooperation einige Artikel. Das hat uns sehr gefreut, zeigt es doch, dass wir mit dem Einsatz der kleinen Roboter anscheinend einen Nerv getroffen haben.

Ahti Heinla (CEO Starship Technologies) und Frank Rausch (CEO Hermes Germany) haben in Hamburg den Starship-Roboter der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: Daniel Reinhardt/Hermes) Ahti Heinla (CEO Starship Technologies) und Frank Rausch (CEO Hermes Germany) haben in Hamburg den Starship-Roboter der Öffentlichkeit vorgestellt. (Foto: Daniel Reinhardt/Hermes)

 

Noch überraschter allerdings war ich von den Reaktionen und Kommentaren der Leser dieser Artikel. Natürlich gab es sowohl positive als auch negative Stimmen, aber die Skepsis und das Misstrauen, die alleine die Ankündigung eines Tests hervorrufen, waren doch für mich in dem Ausmaß unerwartet. Da uns diese Nutzerreaktionen helfen, auch und besonders während dieser ersten Testphase die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden besser einschätzen zu können, möchte ich in diesem Artikel darauf eingehen:

Die Top 5 der spannendsten Fragen rund um den Paketroboter:

  • 1. Wie kann er der Fahrrad-Mafia entkommen?

Unglaublich, wie viel kriminelle Energie anscheinend wohl in jedem von uns steckt – oder hoffentlich nur kriminelles Gedankengut. Die häufigste und meist auch allererste Reaktion auf die Ankündigung, einen Roboter alleine Pakete ausliefern zu lassen, war die Frage, wie man denn verhindern will, dass er geklaut und/oder aufgeknackt wird:

„Solche Teile sind schnell geknackt…“  „Ich sehe da keine Sicherheit bei solchen Teilen“ … „Sorge hätte ich allerdings vor der Fahrradmafia, die den Hermesbot entführen könnte mitsamt dem bestellen Lieferbot.“ „Einmal seitlich feste davorkicken, dann liegt das Teil da und die Rädchen drehen sich hilflos in der Luft…“

Der Kommentar mit dem größten Kopf-Kino-Potential war für mich dieser hier:

„Ich verwette Haus und Hof darauf, dass sich zahlreiche Zeitgenossen zusammentun und die Dinger jagen, demolieren, beschmutzen, vom Kurs abbringen, entwenden, attackieren, vom Gehsteig treten werden. Andere Spaßvögel werden sich auf sie setzen oder sie mit Seilen an Straßenlaternen festbinden. …“

Der Roboter wiegt beladen um die 20 Kilogramm und ist 50 cm hoch und 70 cm lang – ein bisschen zu schwer und unhandlich, um ihn sich einfach mal unter den Arm zu klemmen oder umzutreten. Außerdem sind die Starship Roboter mit 9 (!) Kameras ausgestattet, die die Umgebung erfassen, und werden per GPS geortet. In der Testphase überwacht auch noch ein Mitarbeiter jede Bewegung des kleinen Roboters. Da wird es schwer, ihm sich unbemerkt zu nähern. Und dann muss man auch immer noch an seinen Inhalt kommen, denn die Ladung im Innenfach ist noch einmal gesichert mit einem Sicherheitsschloss, Überwachungskameras und kann nur per SMS-Link geöffnet werden. Also ziemlich viel Aufwand, um im Endeffekt vielleicht eine Packung Windeln oder den neuen Harry Potter zu stehlen. Ja, ich weiß, manche Harry-Potter-Fans würden das vielleicht durchaus riskieren. Aber ehrlich, nur ein Bruchteil der Millionen versendeten Pakete pro Tag enthält lohnenswerte Produkte – lohnenswert im Sinne von „Ich riskiere dafür im Gefängnis zu landen“. Für den rechtmäßigen Empfänger natürlich wichtig und wertvoll.

Klar: Wer einem unserer Roboter nun wirklich unbedingt Schaden will, der wird das sicherlich irgendwie schaffen. Denn wer S-Klassen und iPhones klauen, in Wohnungen einbrechen und selbst Geldtransporter knacken kann und will, der macht auch vor einem Roboter nicht halt. Heißt aber eben auch: Das Risiko, dass unser Roboter Ziel von krimineller Energie wird, ist am Ende weder größer noch kleiner als bei anderen Alltagsgegenständen. Und ich denke, es werden auch in Zukunft in Hamburg deutlich mehr Fahrräder gestohlen als Lieferroboter. Darauf verwette ICH Haus und Hof ;).

  • 2. Wer bezahlt für den Oberschenkelhalsbruch?

„Welche Versicherung zahlt, wenn ein Whatsapper oder Pokemon Go Spieler oder ein altes Muttchen über so’n Ding stolpert?“ „Oder wenn eine sechsjährige Fahrradfahranfängerin wegen so einer Lieferdose auf dem Gehweg einen Abflug vom Rad macht?“ „Mal sehen, wie die Roboter und die IchStarreAufMeinHandy-Zombies miteinander zurecht kommen. Ich befürchte „Konfliktpotential“?“ „Wer ist für Unfälle verantwortlich?“

Ja, die Roboter sollen sich bald selbständig durch die Stadt bewegen – aber natürlich hat die Sicherheit dabei für uns oberste Priorität! Nicht nur, dass der Roboter und sein Inhalt heil an der Zieladresse ankommen sollen, dürfen auf seinem Weg selbstverständlich auch keine Verkehrsteilnehmer zu Schaden kommen. Aber die ausgemalten Schreckensszenarien sind ein bisschen übertrieben – und veranlassten andere Kommentatoren auch schon zu Vergleichen mit der Angst vor der Erfindung des Automobils oder der Dampflok…

Der Roboter ist mit maximal 6 km/h (= Schrittgeschwindigkeit!) eher langsam unterwegs, noch dazu nur auf Fußwegen und sobald er eine Straße überqueren muss oder an einer Ampel steht, übernimmt in der Testphase der Mitarbeiter im Hintergrund die Steuerung und muss bspw. eine Straßenüberquerung erst freigeben. Wir können nicht ausschließen, dass der Roboter einmal irgendwo anecken wird, aber dass er reihenweise Omas über den Haufen fährt, ist wohl ausgeschlossen.

  • 3. Und wer drückt für ihn auf’s Knöpfchen?

Vielleicht nicht ganz unberechtigt, die Frage, wenn man sich den niedrigen Roboter so anschaut:

„Und die interessanteste bleibt ungestellt: Wie kommt die Rolldose an den Klingenknopf?“

Sobald der Roboter vor der Haustür steht, erhält der Empfänger eine Benachrichtigung per SMS und kann seine Ware dort mit dem ihm zugesandten Code entnehmen. Auf den Klingenknopf muss der Roboter also gar nicht drücken.

  • 4. Müssen die Hermes Boten jetzt alle auf Roboterbediener umschulen?

„Werden die menschlichen Paketzusteller jetzt alle arbeitslos? Oder werden sie zu Roboter-Mechanikern umgeschult?“ „Der nächste Versuch, viele Arbeitsplätze als Paketzusteller abzubauen.“

Im Zuge der Industrie 4.0-Debatte werden in Deutschland und weltweit sicherlich viele Szenarien durchgespielt, wie die neue Arbeitswelt aussehen könnte. Da unser kleiner Roboter aber nicht auf der Zustelltour eingesetzt wird, sondern den Hermes Kunden einen neuen Service bietet und ihnen den Weg zum PaketShop abnimmt, werden auch keine Hermes Boten ersetzt oder Stellen abgebaut. Roboter und Zusteller sind bei Hermes also Kollegen – keine Konkurrenz.

  • 5. Alles nur heiße Luft?

„Das Ganze hat nur den Sinn, in der Öffentlichkeit als innovativ und modern dazustehen, einen ernsthaften Einsatz wird das Spielzeug nie erleben.“ „Das ist doch nur eine PR-Show“

Es gibt viel Aufmerksamkeit für unsere Kooperation mit Starship, ja. Und natürlich freut sich unsere PR-Abteilung darüber und stellt Interessenten gerne weitere Informationen zur Verfügung. Doch wir testen den Roboter wirklich, in echt – und das, wenn Sie in Hamburg wohnen, vielleicht ja in Ihrem Kiez?

Wenn Sie Interesse daran haben, Testkunde zu werden und als einer der ersten von unserem Zustellroboter beliefert zu werden (oder testen wollen, ob er sich wirklich so einfach umschubsen oder an die Laterne binden lässt), melden Sie sich gerne bei uns – am einfachsten direkt per Kommentar unter diesem Artikel und wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung. Einzige Bedingung: Sie wohnen im 2-3 km Umkreis um einen unserer Pilotprojekt-PaketShops in Hamburg Ottensen, Volksdorf und Harvestehude.


  Gefällt dir der Artikel?
6 Comments
  1. Johannes Roth am 01. September 2016 um 17:48 Uhr |

    Hallo,

    gerne werde ich Pilotkunde.

    Ich wohne in Ottensen,

    Freundliche Grüße

    Johannes Roth

    • Tina Breske am 02. September 2016 um 09:23 Uhr |

      Moin Herr Roth,

      wir freuen uns, dass Sie Interesse an unserer Testphase haben! Ich leite Ihre Kontaktdaten an die Fachabteilung weiter, die sich dann mit Ihnen in Verbindung setzt.

      Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
      Tina Breske
      Social Media Management

  2. Timm Trede am 28. September 2016 um 16:37 Uhr |

    Ich möchte auch gerne Pilotkunde werden. Wohne St. Georg.

    Beste Grüße
    Timm Trede

    • Tina Breske am 29. September 2016 um 09:35 Uhr |

      Hallo Herr Trede,
      schön, dass Sie Testkunde werden wollen! Meine Kollegin meldet sich asap bei Ihnen.

      Viele Grüße,
      Tina Breske
      Social Media Management

  3. Gunar am 08. Oktober 2016 um 14:57 Uhr |

    Wie kann der Roboter sicherstellen das keine Sendung aus ihn entwendet wird und wie kann sichergestellt werden das zugangscodes nicht abgefangen werden. Sicher ist was anderes aber der Roboter ist bestimmt zuverlässiger als mein Hermesbote.

    • Tina Breske am 10. Oktober 2016 um 08:43 Uhr |

      Moin Gunar,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wie ich versucht habe im Artikel deutlich zu machen, ist der Roboter mit einem sehr umfangreichen Sicherheitssystem ausgestattet, das Diebstähle und auch das Abfangen der Pins sicherstellen soll. Wir erproben gerade im Testbetrieb wie zuverlässig die Auslieferung mit den Robotern ist und berichten anschließend gerne hier im Blog über die Ergebnisse.

      Viele Grüße und einen schönen Start in die Woche,
      Tina Breske
      Social Media Management


© Hermes Germany GmbH