72 Stunden in Berlin! Die re:publica 2012

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Kategorie: Mitarbeiter & LebenWeb & Mobile


„Meine Damen und Herren, an Bahnsteig 8 hat Einfahrt der ICE 706 von Berlin nach Hamburg.“ Schnell noch Wagen 2 gesucht, den Koffer verstaut und es mir auf Platz 33 bequem gemacht. Drei spannende Kongress-Tage liegen hinter mir und ich sprühe gerade noch vor Energie, was ich nächste Woche alles unbedingt einmal ausprobieren muss und wen ich zu meinem Netzwerk via XING, Google+ oder Linkedin hinzufügen sollte.

Aber nun will ich meine Zugreise nach Hamburg nutzen, um Ihnen kurz einen Einblick über die re:publica 2012 zu geben. Die re:publica zählt zu den größten Konferenzen über Weblogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft in Deutschland. Rund 4.000 Besucher kamen vom 2. bis 4. Mai nach Berlin, um über 200 Stunden Programm an drei Tagen auf acht Bühnen in der STATION-Berlin zu erleben.

Meine Bilanz: 15 interessante, unterhaltsame, teils auch kontroverse Sessions, 12 Flaschen Club Mate, 3 überaus schmackhafte Thüringer Rostbratwürste, 1 original lilafarbene re:publica Baumwolltasche und jede Menge anregende Gespräche.

Gern berichte ich Ihnen kurz über die von mir besuchten Veranstaltungen, um Ihnen die Themenvielfalt der re:publica näher zu bringen – das Motto lautete in 2012 schließlich auch ACT!ON!

Viel Action liegt auf jeden Fall in dem Thema „Social Media und Recht“. Neben Udo Vetter, Thorsten Feldmann und Henning Krieg beschäftigten sich auch Joerg Heidrich sowie Dr. Till Kreuzer – allesamt renommierte Rechtsanwälte – mit Fragen wie:

  • Was darf man im Netz veröffentlichen?
  • Und was besser nicht?
  • Und wenn man doch veröffentlicht, dann wie?

Die Schlagworte Persönlichkeits- und Urheberrecht, Abmahnung und Creative Commons schwirren mir immer noch im Kopf herum. Zum Schmunzeln brachte uns alle defintiv folgender Clip von Nina Paley über das „Kopieren von Werken“.

 

Total neu und spannend waren für mich die Berichte über sogenannte „FabLabs“ – die „fabrication laboratories“ sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Die für Jedermann zugänglichen High-Tech Werkstätten sind zumeist mit einem 3D-Drucker sowie Laser-Cutter ausgestattet, an denen jeder seine vorab am Rechner erstellten Entwürfe – von Kleidungsstücken bis zu Möbeln – realisieren kann. Also weg von der Massenproduktion hin zur Mod Production wie der Forscher Peter Troxler dieses Phänomen nennt.

Auch der Frage nach dem „Gläsernen Menschen“ wurde in vielen Sessions nachgegangen. Der Journalist Marcus Lindemann setzte beispielsweise aus reinen Internetfunden Porträts von vier Personen zusammen – natürlich anonym. Im Nachgang seiner Recherche konfrontierte er sie mit den Ergebnissen – nicht immer zur Freude der Betroffenen.

„Sehr geehrte Damen und Herren, in wenigen Minuten erreichen wir Hamburg Hauptbahnhof. Wir verabschieden uns von allen Fahrgästen, die in Hamburg Hauptbahnhof aussteigen und wünschen Ihnen noch einen schönen Abend.“ Der Abschied naht, ich klappe meinen Rechner zu und hoffe, dass ich Sie ein wenig neugierig machen konnte.

Oder waren Sie vielleicht auch selbst vor Ort? Wenn ja, was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?


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